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Berufsunfähigkeit: Die häufigsten Ursachen

Warum werden Menschen berufsunfähig? Die meisten denken an den Bandscheibenvorfall oder den Arbeitsunfall. Die Realität sieht anders aus: Psychische Erkrankungen sind seit 2010 die häufigste BU-Ursache – und der Trend ist steigend.

38 % aller BU-Fälle gehen auf Burnout, Depression und andere psychische Leiden zurück. Krebs steht mit 19 % auf Platz zwei. Und Muskel-Skelett-Erkrankungen, die viele als Hauptursache vermuten, liegen mit 16 % auf Platz drei.

Diese Seite zeigt dir die aktuellen Zahlen nach Ursache und Berufsgruppe – damit du weißt, welches Risiko dich betrifft.

BU-Ursachen im Überblick

BU-Ursachen in Deutschland (alle Berufsgruppen)

Psychische Erkrankungen 38 %
Krebs und bösartige Neubildungen 19 %
Muskel-Skelett-Erkrankungen 16 %
Unfälle 8 %
Herz-Kreislauf-Erkrankungen 6 %
Sonstige Erkrankungen 13 %
Psychische Erkrankungen
Krebs und bösartige Neubildungen
Muskel-Skelett-Erkrankungen
Unfälle
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Sonstige Erkrankungen

Die Ursachen im Detail

Psychische Erkrankungen (38 %)

steigend

Burnout, Depression, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen. Seit 2010 die häufigste BU-Ursache. Betrifft alle Berufsgruppen, besonders aber Büroberufe, Lehrer, Ärzte und Pflegekräfte.

Besonders betroffen: Lehrer, Ärzte, Krankenpfleger, Sozialarbeiter, Unternehmensberater

Krebs und bösartige Neubildungen (19 %)

stabil

Alle Formen von Krebserkrankungen. Krebs hat die höchste Anerkennungsrate bei BU-Anträgen (95 %) und die niedrigste Ablehnungsquote. Die Diagnose führt fast immer zur BU-Leistung.

Besonders betroffen: Alle Berufsgruppen betroffen, Kein berufsspezifisches Muster

Muskel-Skelett-Erkrankungen (16 %)

leicht rückläufig

Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Arthrose, Sehnenscheidenentzündungen, Gelenkerkrankungen. Besonders häufig bei körperlich arbeitenden Berufen, aber auch bei Büroberufen durch langes Sitzen.

Besonders betroffen: Dachdecker, Maurer, Krankenpfleger, Elektriker, Schreiner

Unfälle (8 %)

leicht rückläufig

Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Freizeitunfälle mit dauerhaften Folgen. Obwohl Unfälle dramatisch wirken, machen sie nur 8 % der BU-Fälle aus – deutlich weniger als die meisten annehmen.

Besonders betroffen: Bauarbeiter, Landwirte, Berufskraftfahrer, Forstarbeiter

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (6 %)

stabil

Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck mit Folgeschäden. Betrifft vor allem ältere Berufstätige (ab 50) und Berufe mit hohem Stressniveau.

Besonders betroffen: Führungskräfte, Berufskraftfahrer, Schichtarbeiter

Sonstige Erkrankungen (13 %)

stabil

Neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose, Epilepsie), Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mit Komplikationen), Erkrankungen der Sinnesorgane und andere chronische Leiden.

Besonders betroffen: Keine spezifische Berufsgruppe

BU-Ursachen nach Berufsgruppe

Büroberufe

Psyche (52 %)

Mehr als jeder zweite BU-Fall bei Büroberufen geht auf psychische Erkrankungen zurück. Leistungsdruck, Überstunden, ständige Erreichbarkeit und Mobbing sind häufige Auslöser.

Handwerk und Bau

Muskel-Skelett (38 %)

Rückenprobleme, Gelenkschäden und Bandscheibenvorfälle sind die Hauptursache. Schweres Heben, Arbeiten über Kopf und einseitige Belastung fordern ihren Tribut.

Medizin und Pflege

Psyche (42 %)

Ärzte und Pflegekräfte sind doppelt belastet: emotional durch die Arbeit mit Patienten und körperlich durch Schichtarbeit, Heben und lange Stehzeiten. Burnout ist besonders verbreitet.

Transport und Logistik

Muskel-Skelett (35 %)

Langes Sitzen, schweres Heben und unregelmäßige Arbeitszeiten belasten Berufskraftfahrer und Lagerarbeiter. Dazu kommen Herz-Kreislauf-Risiken durch Bewegungsmangel und Schichtarbeit.

Erziehung und Soziales

Psyche (48 %)

Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter haben ein stark erhöhtes Burnout-Risiko. Die Kombination aus emotionaler Belastung, Personalmangel und gesellschaftlichen Erwartungen treibt die BU-Quote.

Wichtige Statistiken

Jeder 4. wird im Berufsleben berufsunfähig

BU-Wahrscheinlichkeit

48 Jahre

Durchschnittliches BU-Eintrittsalter

Im Schnitt knapp 20 Jahre

Durchschnittliche Leistungsdauer

80 % der Anträge werden bewilligt

Anerkennungsquote

Häufige Fragen zu BU-Ursachen

Was ist die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit?

Psychische Erkrankungen mit 38 % aller Fälle. Dazu gehören Burnout, Depression, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen. Seit 2010 sind psychische Leiden die Hauptursache – Tendenz steigend.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden?

Jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens mindestens einmal berufsunfähig. Bei heute 20-jährigen Männern liegt die Wahrscheinlichkeit bei 43 %, bei Frauen bei 38 % (Quelle: DAV).

Werden BU-Anträge wegen psychischer Erkrankungen häufiger abgelehnt?

Ja. Bei psychischen Erkrankungen liegt die Ablehnungsquote bei 33 % – der höchste Wert aller BU-Ursachen. Das liegt daran, dass psychische Symptome schwerer objektiv nachweisbar sind. Bei Krebs liegt die Ablehnungsquote dagegen bei nur 5 %.

In welchem Alter werden die meisten Menschen berufsunfähig?

Das Durchschnittsalter bei BU-Eintritt liegt bei 48 Jahren. Das bedeutet: Die meisten werden nicht kurz vor der Rente berufsunfähig, sondern mitten im Berufsleben – wenn Kredit, Familie und Lebenshaltungskosten am höchsten sind.

Machen Unfälle nicht den größten Teil der BU-Fälle aus?

Nein, das ist ein verbreiteter Irrtum. Unfälle machen nur 8 % der BU-Fälle aus. Psychische Erkrankungen (38 %), Krebs (19 %) und Muskel-Skelett-Beschwerden (16 %) sind deutlich häufiger. Eine reine Unfallversicherung ist deshalb kein Ersatz für eine BU.

Welche Berufe haben das höchste BU-Risiko?

Körperlich arbeitende Berufe (Dachdecker, Maurer, Gerüstbauer) durch Muskel-Skelett-Erkrankungen und Unfälle. Aber auch Lehrer, Ärzte und Pflegekräfte haben ein hohes Risiko – hier vor allem durch psychische Erkrankungen.

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